schwer traumatisierter syrischer Fluechtling nach Polen abgeschoben – Bundespolizei und Gericht ignorieren besondere Schutzbedürftigkeit

Pressemitteilung vom Netzwerk gegen Lager und Abschiebehaft in
Eisenhuettenstadt vom 20.06.2014

Eisenhuettenstadt - schwer traumatisierter syrischer Fluechtling nach
Polen abgeschoben – Bundespolizei und Gericht ignorieren besondere
Schutzbedürftigkeit

Am vergangenen Montag, den 16.Juni, wurde ein 21-Jaehriger syrischer
Fluechtling, trotz schwerer Traumatisierung und besonderer
Schutzbedürftigkeit, nach 35 Tagen Haft nach Polen abgeschoben. Der
Student befand sich ueber 30 Tage in einem Gefängnis des Assadregimes in
Syrien. Er war dort Schlaegen und Folter, sowie acht Tagen Isolationshaft
in Dunkelheit ausgesetzt. Durch diese traumatisierenden Ereignisse
versuchte er sich nach seiner Entlassung das Leben zu nehmen, floh spaeter
über Jordanien und Polen nach Frankfurt/Main auf dem Weg zu seinem Bruder
in Köln. Dort wurde er von der Bundespolizei kontrolliert und in
Eisenhuettenstadt inhaftiert. Wie in den meisten Faellen, auf
Rechtsgrundlage des Dublin-III Systems, das Gefluechtete in ganz Europa
schikaniert, von Familienangehoerigen und Vertrauenspersonen trennt und
wegsperrt.

Der Betroffene wurde mehrfach von Unterstuetzer*Innen besucht, welche
daraufhin eine unabhaengige Psychologin von „KommMit für Migranten und
Flüchtlinge“ aus Berlin kontaktierten. In Eisenhuettenstadt war der junge
Mann zuletzt total abgemagert, hatte nachts panische Angst zu schlafen und
hatte seinen Apetit verloren. Er litt unter den immer wiederkehrenden
Bildern von der Folter in Syrien. Zudem hatte er Suizidideen.

"Er war dringend behandlungsbedürftig, hätte niemals als ein Opfer von
Folter und Menschenrechtsverletzungen in Abschiebehaft genommen werden
dürfen, da dies zu einer Retraumatisierung führt." - so die Psychologin
von „KommMit für Migranten und Flüchtlinge“, Hanna Greve.

Eine psychologische Stellungnahme konnte vom Verwaltungsgericht
Frankfurt(Oder) nicht mehr geprueft werden, da der Betroffene, anders als
vom Bundesamt angekuendigt, bereits am Vormittag des 16. Juni abgeschoben
wurde.

Selbst eine psychologische Einschätzung von Mitarbeiter*Innen der
Ausländerbehörde von Anfang Mai hatte eine besondere Schutzbedürftigkeit
aufgrund der Traumatisierung erkannt, dies wurde der Bundespolizei, sowie
dem zuständigen Gericht auch mitgeteilt. Was diese jedoch ignorierten und
woraufhin ein Amtsarzt ihn für reisefähig erklärte.

Wir fordern die sofortige Veranlassung der Wiedereinreise des Betroffenen
und die Zusammenfuehrung mit seinem Bruder in Köln. Inhaftierung von
traumatisierten und schutzbeduerftigen Menschen auf der Flucht ist
fahrlaessig und menschenrechtlich nicht hinnehmbar. Die wahnsinnige
Dublin-III-Abschiebepolitik muss aufhoeren!

Kontakt: 015217246673

Kontakt mit Hanna Greve, Diplom-Psychologin, auf Anfrage

Chronik: www.lagerwatcheisen.blogsport.eu/chronik/

### NPD wants to provoke again at the first of may in front of the ZAST and the deportationjail ### self proclaimed „militia“ threatens in the internet with violence against refugees ### confront racist hatred solidarious and consequent! ###

At the first of may the NPD wants to hold a manifestation in front of the ZAST from 4pm till 8pm. This provocation must not remain uncontested! We’ve registered a counter-manifestation directly in front of the ZAST and don’t want to leave the streets, neither for the nazis, nor for other racists.

After the failed NPD-demonstration in Berlin-Mitte and Kreuzberg past saturday and the cancellation of the planed demonstration at the first of may in Berlin-Neukölln the NPD is now seeking access to racist sentiments in Brandenburg. The planed NPD-manifestation in earshot and within sight to the central detention centre is another provocation against refugees in Eisenhüttenstadt. Past August Neonazis tried to demonstrate in front of the ZAST, attacked counter-demonstrators when they arrived, their manifestation was forbidden. Meanwhile the propaganda against refugees in Eisenhüttenstadt reached a new dimension: Recently a local bar was hanging a sign to forbidd asylum seekers to enter. In march racists were founding a self proclaimed „militia“ on facebook, called unashamed for violence and considerd the use of firearms. Even the major speaks about a „xenophobic atmosphere“ in the town. Fact is, that the racist propaganda against refugees is a refelction of the social normality, which is set by exclusion, intimidation and deportation.

Therefore we call all people in Eisenhüttenstadt, to oppose themselves against the NPD especially at the first of may and to be responsible for a solidarious and open society! The registered counter-manifestation will take place directly in front of the ZAST. Meeting point for peole coming from Berlin is at 12pm at Ostbahnhof.

Forthermore we call to participate at counter-protests against NPD-manifestations in Frankfurt(Oder) and Falkensee at the same day!

No silent provincies and no quiet back-country for racists!

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### NPD will am 1.Mai vor ZAST und Abschiebeknast in Eisenhüttenstadt erneut provozieren ### selbsternannte „Bürgerwehr“ droht im Internet mit Gewalt gegen Geflüchtete ### rassistischer Hetze solidarisch und konsequent entgegentreten! ###

Am 1.Mai will die NPD vor der ZAST in Eisenhüttenstadt eine Kundgebung von 16:00 – 20:00 Uhr abhalten. Diese Provokation darf nicht unwidersprochen hingenommen werden! Wir haben eine Gegenkundgebung direkt vor der ZAST angemeldet und wollen weder den Nazis, noch anderen Rassist*Innen an diesem Tag die Straße überlassen.

Nach der gescheiterten NPD-Demonstration vergangenen Samstag in Berlin-Mitte und der Absage der geplanten Demonstration am 1.Mai in Berlin-Neukölln sucht die NPD nun in Brandenburg weiter Anschluss an rassistische Ressentiments. Die geplante NPD-Kundgebung in Hör- und Sichtweite der Zentralen Erstaufnahmestelle stellt eine erneute Provokation gegen Geflüchtete in Eisenhüttenstadt dar. Im August vergangenen Jahres probierten Neonazis bereits vor der ZAST zu demonstrieren, griffen bei ihrer Ankunft Gegendemonstrant*Innen an, ihre Kundgebung wurde untersagt. Die Stimmungsmache gegen Geflüchtete in Eisenhüttenstadt nimmt mitterweile neue Dimensionen an:Ein Lokal hing jüngst ein Eintrittsverbotsschild für Asylbewerber*Innen aus. Im März gründeten Rassist*innen auf Facebook eine selbsternannte „Bürgerwehr“, riefen unverhohlen zu Gewalt auf, zogen sogar den Gebrauch von Schusswaffen in Erwägung. Selbst die Bürgermeisterin spricht von einer „fremdenfeindlichen Stimmung“ in der Stadt. Klar ist, dass die rassistische Stimmungsmache gegen Geflüchtete ein Spiegel des gesellschaftlichen Normalzustandes ist, der von Ausgrenzung, Einschüchterung und Abschiebung geprägt ist.

Deshalb rufen wir alle Menschen in Eisenhüttenstadt dazu auf, sich besonders am 1.Mai gegen die NPD zu stellen und für eine solidarische und offene Gesellschaft einzustehen! Die angemeldete Gegenkundgebung soll von 15:30 bis 20:30 Uhr direkt vor der ZAST stattfinden. Zugtreffpunkt für aus Richtung Berlin Anreisende ist um 12:00 Uhr am Ostbahnhof.

Wir rufen außerdem dazu auf, sich den Protesten gegen weitere NPD-Kundgebungen in Frankfurt(Oder) und Falkensee am selben Tag anzuschließen!

Keine schweigenden Provinzen und kein ruhiges Hinterland für Rassist*Innen!

Erneuter Hungerstreik im Eisenhüttenstädter Abschiebeknast – gewalttätige (Dublin-)Abschiebepolitik muss gestoppt werden – Abschiebeknast in Eisenhüttenstadt und anderswo schließen!

PressemErklärung Hungerstreik russisch.cleaneditteilung vom Unterstützungsnetzwerk von Geflüchteten, Migrant_Innen und anderen solidarischen Menschen aus Berlin und Brandenburg gegen Lager und Abschiebung in Eisenhüttenstadt

20.03.2014 – Erneuter Hungerstreik im Eisenhüttenstädter Abschiebeknast – gewalttätige (Dublin-)Abschiebepolitik muss gestoppt werden – Abschiebeknast in Eisenhüttenstadt und anderswo schließen!

Seit vergangenen Samstag, den 15.März, verweigern zwei aus Tschetschenien Geflüchtete im Abschiebeknast Eisenhüttenstadt die Aufnahme von Nahrung und seit zwei Tagen auch die Aufnahme von Flüssigkeit und befinden sich demnach in einem trockenen Hungerstreik. Sie machen damit auf ihre Inhaftierung aufgrund der Dublin-Regularien aufmerksam und fordern die zuständigen Behörden auf, sie aus dem Abschiebeknast sofort zu entlassen. Dazu wurde eine Erklärung verfasst, die der Ausländerbehörde, dem Amtsgericht, dem Bundesministerium für Migration und Flucht, sowie dem Brandenburger Innenministerium seit heute vorliegt. Sie fordern die zuständigen Behörden daz auf, sie aus der Haft zu entlassen, sowie ihre Asylanträge in Deutschland zu prüfen. Beide Hungerstreikenden haben bereits einen Asylantrag aus der Haft gestellt. Der Gesundheitszustand der beiden Hungerstreikenden hat sich extrem verschlechtert. Sie befanden bzw. befinden sich zur Behandlung im Krankenhaus.

„Die Asylanträge müssen geprüft werden und die Entlassung der beiden Hungerstreikenden aus der Haft ist dringend notwendig!“ so Max Ringo, ein Sprecher des Netzwerkes.

Allein in den vergangenen 10 Monaten haben wir als Unterstützungsnetzwerk von drei Hungerstreiks, sechs Suzidversuchen und einem Suizid im Eisenhüttenstädter Lager und Abschiebeknast erfahren. Diese möchten wir hiermit dokumentrieren.

20. Mai 2013 – Suzidversuch

Eine kurdische Familie soll abgeschoben werden. Der Vater nimmt am selben Tag eine Überdosis Schlaftabletten zu sich und muss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Wenige Tage später wird die Familie abgeschoben.

Quelle: Geflüchtete aus dem Eisenhüttenstädter Lager

28. Mai 2013 – Suizid

Der aus dem Tschad geflüchtete Djamaa Isu erhängt sich in der ZAST selbst. Ihm drohte eine Abschiebung nach dem Dublin II-Verfahren.

Quelle: fels – für eine linke Strömung

5. Juni 2013 – Suizidversuch

Ein aus Somalia Geflüchteter versucht sich in seinem Zimmer aufzuhängen. Er wird dabei aus einem anderem Zimmer von Bewohner_Innen beobachtet, welche im letzten moment das Seil durchscneiden können. Er wird ins Krankenhaus eingeliefert und taucht danach nie wieder im Eisenhüttenstädter Lager auf.

Quelle: Geflüchtete aus dem Eisenhüttenstädter Lager

10.Juli 2013 – Suizidversuch

Der 21-jährige aus Georgien geflüchtete Gigi G. begeht im Abschiebeknast einen Selbstmordversuch. Er verletzte sich mit einer Rasierklinge mit zahlreichen Schnitten an den Armen und am Bauch. Laut eigener Aussage wurde er danach bei dem Versuch, sich die Halsschlagader aufzuschneiden, vom Wachpersonal überwältigt. Er befindet sich danach mit 10 weiteren inhaftierten Geflüchteten im Hungerstrei, wird jedoch einige Wochen später nach Polen abgeschoben.

Quelle: lagerwatcheisen

12 bis 26. Juli 2013 – Hungerstreik

Zehn im Abschiebeknast inhaftierte Flüchtlinge treten in einen Hungerstreik.

Bis zu fünf inhaftierte Flüchtlinge treten wenig später in einen trockenen Hungerstreik, alle müssen vorübergehend im Krankenhaus behandelt werden. Die Ereignisse erregten überregionales Medieninteresse, besonders als es zu der Abschiebung des georgischen Flüchtlings Genadi K. aus dem Krankehaus heraus kam, obwohl er seit zwei Wochen keine feste Nahrung und seit einigen Tagen auch keine Flüssigkeit zu sich nahm.

Quelle: lagerwatcheisen, RBB u.a.

25. Oktober 2013 – Hungerstreik

Vier im Abschiebeknast inhaftierte Geflüchtete aus Georgien treten für drei Tage in einen trockenen Hungerstreik. Sie protestieren damit gegen vorrangegangene Gerichtsentscheidungen, in denen ihre Haft bis zu zwei einhalb Monaten von der Bundespolizei beantragt wurde und durch das Amtsgericht in Eisenhüttenstadt bestätigt wurde. Sie wurden nach ihrer Einreise nach Deutschland im “Berlin-Warszawa-Express” auf dem Frankfurter Bahnhof aufgegriffen und wegen vermeintlicher “illegaler Einreise” verurteilt. Aufgrund eines Verfahrensfehlers des Gerichtes müssen die vier betroffenen Flüchtlinge am 14. November entlassen werden.

Quelle: lagerwatcheisen, Märkische Allgemeine Zeitung

11. Dezember 2013 – Suizidversuch

Ein inhaftierter aus Afghanistan Geflüchteter trinkt Shampoo und wird für mehrere Wochen im Krankehaus psychologisch behandelt.

Quelle: lagerwatcheisen

23. Dezember 2013 – Suizidversuch

Ein inhaftierter aus Tunesien Geflüchteter verletzt sich am Kopf und den Beinen selbst und schneidet sich die Venen auf. Er verbingt fünf Tage im Krankenhaus und wird wenige Tage später nach Itlaien abgeschoben.

Quelle: lagerwatcheisen

11. Februar 2014 – Suizidversuch

Ein aus Tschetschenien geflüchtetes Ehepaar soll abgeschoben werden. Einen Tag zuvor schneidet sich die Frau die Venen auf, wird notdürftig im Krankenhaus behandelt und beide werden am darauffolgenden Tag nach Polen abgeschoben. Die Frau berichtete von sexueller Gewalt innerhalb ihrer Familie in Tschetschenien und durch einen Teil der tschetschenischen Community in Polen.

Quelle: lagerwatcheisen

Die Auflistung zeigt, dass die gewalttätige Kriminalisierung von Geflüchteten in Eisenhüttenstadt und ganz Europa System hat. Dieses intransparente und inhumane Abschiebe- und Abschreckungssystem muss gestoppt werden! Jeder Hungerstreik und jeder Suizidversuch ist einer zu viel! Der Abschiebeknast in Eisenhüttenstadt muss geschlossen werden und alle inhaftierten Geflüchteten müssen sofort entlassen werden! Racial Profiling – die staatlich legitimierte Menschenjagd durch die Bundespolizei im Deutsch-Polnischen Grenzgebiet, muss aufhören! Dublin I, II, III muss abgeschafft werden! Ein humanitäres Bleiberecht für alle Geflüchteten in Deutschland ist möglich!

SHUTDOWN PONTE GALERIA Never more detention centers – Rights and Welcome for everybody

SHUTDOWN PONTE GALERIA

Never more detention centers – Rights and Welcome for everybody

Saturday 15th February 2014, demonstration to the Center for Identification and Deportation (CIE) of Rome-Ponte Galeria

After the mobilizations of last autumn for house and basic income, the “Mestiza Rome” retook the square the 18th of december. A big and determined parade crossed the streets of the capital city during the “international day for migrants” to ask an organic law on political asylum, the closing of the detention centers (CIE), a decent welcome and the cancellation of all the laws that attack the people freedom of movement and right to choice where to go and live. Indeed, the transnational mobility of the migrants challenge the neoliberal policies of austerity and confinement, setting the issue of building a new social model, a new way of common life, that force the narrow borders of the national states and the rhetoric of center-right and center-left parties about welcome and multiculturalism.

While in piazza del Popolo some member of the forconi movement” [an anti-european movement appeared in Italy on december 2013, ndt] was asking an italian solution to the crisis, we strongly affirmed that the struggles against austerity have not borders. Some days later, in different important nodes of the system of government of the migratory fluxes started self-organized protests. In Mineo, in the biggest European Center for welcome of asylum seekers, the asylum seekers restart the mobilization against the indecent life conditions and against the infinite waiting times. In Lampedusa, the migrants trapped on the island and treated like animals in the Center of First welcome asked dignity and the immediate transfer. In Ponte Galeria, several detained sewed their mouths and started a hunger strike against the unfair and illegitimate detention and for the liberation of all the migrants imprisoned in the CIE.

Also in the political debate the issues linked with migrations and with the mestizo character of our society are on the agenda since the beginning of last autumn. On the one side, Lega Nord party and neofascist organizations continue to use the color of the skin of one Minister to promote and get visibility to the anti-migrants positions. On the other side, after any new massacre in the sea or any “scandal” about the management of the detention centers, the government parties make promises, without the real intention to change something.

At this moment, here in Italy more than half detention centers for migrants have been closed by the revolts and the protests of the people detained. The time has come to close also Ponte Galeria! A few days ago the detained migrants sewed again their mouths and restart the hunger strike [ended few ago because of exhaustion, ndt]: because the promises made by the representants of the institutions after the december protest have not been respected, because the CIEs can’t be reformed or humanized, but they must be closed forever. We want to support this mobilization, opening a collective campaign to shutdown Ponte Galeria. We want to do it with the self-organized migrants of the squatted houses, the movement for the right to the house, the anti-racist networks and associations, the community of migrants and all the people that believe that there is no space for CIEs and for discriminatory laws. We want to start this campaign on february, also towards a 1st March of mestiza mobilization that we won’t leave to the politics, getting back the original meaning of participation and practice of rights realized by migrants.

We invite everybody to take part to the public assembly on Wednesday the 5th February at Nuovo Cinema Palazzo [a squatted cinema, ndt], to discuss together the campaign that will bring us to the 15th February demonstration in front of Ponte Galeria detention center to state “never more CIE” and “rights and welcome for everybody”.

[Here the full streaming of the public assembly: http://bambuser.com/v/4334061]

Anti-racist networks

Movement for the right to the house

Hashtags: #cieNO #facciamoliuscire #romameticcia

Look also [italian]:

Da Lampedusa a Ponte Galeria: chiudere i CIE, aprire le frontiere

### Bleiberecht für Frau M.! ### Abschiebung nach Polen stoppen! ###

Pressemitteilung vom Netzwerk aus Geflüchteten, Migrant_Innen und anderen solidarischen Menschen aus Berlin und Brandenburg gegen Lager und Abschiebung in Eisenhüttenstadt und dem International Women Space

### Bleiberecht für Frau M.! ### Abschiebung nach Polen stoppen! ### Dublin II abschaffen! ### Abschiebeknast muss endlich geschlossen werden! ### mindestens 5 Suizidversuche in den vergangenen 2 Monaten im Eisenhüttenstädter Abschiebeknast ###

Wir haben die heutige Abschiebung von Frau M.und ihrem Partner aus der Abschiebehaft in Eisenhüttenstadt nach Polen nicht heimlich und unwidersprochen durchführen lassen. Wir sind wütend und traurig darüber, dass die betroffene Frau trotz eines Suizidversuches am gestrigen Dienstag heute abgeschoben werden soll. Die aus Tschetschenien stammende Frau ist aufgrund von sexueller Belästigung und Vergewaltigung vor ihrem Vater geflohen. In Polen angekommen, war sie auch Diskriminierung, Verfolgung und Demütigungen durch einen Teil der dortigen tschetschenischen Community ausgesetzt, so dass sie nach Deutschland geflohen ist. Trotz vorhandener Atteste wegen Traumata durch die Vergewaltigung, psychisch bedingter Haftunfähigkeit und eines Suizidversuches und den stark kritisierten Lebensbedingungen von Geflüchteten in Polen, soll sie heute unfreiwillig abgeschoben werden. Das ist nicht hinnehmbar!

Abschiebungen und Abschiebehaft sind eine generell menschenunwürdige und menschenrechtswidrige Praxis. Flucht ist kein Verbrechen! Jeder Mensch hat ein Recht auf Bewegungsfreiheit und freie Wahl des Wohnsitzes, egal wann und wo bzw. wohin. Das gleiche gilt für das Recht auf Asyl und die Kriminalisierung durch den konstruierten Straftatbestand der angeblich „illegalen“ Einreise einschließlich weiterer negativer Zuschreibungen. Denn die Betroffenen von Verfolgung sollten ein Recht darauf haben, selbst entscheiden zu können, wo sie ihren Asylantrag stellen, sich sicherer zu fühlen und leben wollen. Die Bereitstellung einer kostenfreien, juristischen Vertretung und eines Dolmetschers freier Wahl zur Wahrung der eigenen Rechte ist, gerade auf Grund der Ausgrenzungs- und Abschiebepolitik sofort und unabhängig vom finanziellen Status zu gewährleisten. Gleiches trifft für die notwendige medizinische und psychotraumatische Betreuung zu. Dublin II und die Abschiebepraxis in Deutschland schränken diese Rechte systematisch ein. Dabei entzieht sich Deutschland als einer der Verursacher_innen und Profiteur_innen von Fluchtgründen, und umgeben von anderen EU-Ländern den Folgen eigener Politik. Dazu werden Menschen auch wider besseren Wissens in unsichere, menschenunwürdige und lebensbedrohliche Lebensbedingungen abgeschoben.

So in ein Land wie Polen, welchesvon Amnesty International wegen der „Festnahme von Asylsuchenden und das Fehlen effektiver Rechtsmittel gegen diese Praxis“ kritisiert wird. Auch der UNHCR hält Abschiebungen nach Polen für untragbar, da laut der Studie ‚Flüchtlinge – obdachlos in Polen‘ nur 20 Prozent der als schutzbedürftig Anerkannten sicher und angemessen untergebracht sind. Dreißig bis 40 Prozent werden obdachlos und fünf bis zehn Prozent liegen sogar auf der Straße. Laut der Helsinki Foundationfor Human Rights (HFHR) gibt es zu dem keinen hinreichenden effektiven Rechtsschutz in Asylverfahren, der eine Verletzung des Zurückweisungsverbots und Abschiebung bis in den Verfolgerstaat verhindert.

Deshalb fordern wir das Bleiberecht von Frau M. und die Ausnutzung aller Spielräume für dessen Umsetzung im Einzelnen! Bleiberecht für alle!

Das Schicksal von M. reiht sich ein in die von uns bekannten Vorfällen von fünf Suizidversuchen in den vergangenen zwei Monaten von inhaftierten Geflüchteten im Abschiebeknast Eisenhüttenstadt! Deshalb fordern wir die generelle Einstellung aller Abschiebungen und die Schließung des Abschiebegefängnisses in Eisenhüttenstadt und in ganz Deutschland.

Netzwerk von Geflüchteten, Migrant_Innen und anderen solidarischen Menschen aus Berlin und Brandenburg gegen Lager und Abschiebung in Eisenhüttenstadt

http://lagerwatcheisen.blogsport.eu

International Women Space

http://asylstrikeberlin.wordpress.com/refugee-women/events/

Pressekontakt:

0152-17246673

Berlin,

12.02.2014

Quelle:http://www.amnesty.de/jahresbericht/2013/tschechien?destination=node%2F3029%3Fcountry%3D115%26topic%3D%26node_type%3D%26from_month%3D0%26from_year%3D%26to_month%3D0%26to_year%3D%26result_limit%3D10%26form_id%3Dai_core_search_form%26submit_x%3D81%26submit_y%3D5#rechtevonmigranten

[1]

http://www.unhcr.de/no_cache/detail/artikel/artikel//zeynab-akhmad-und-dagman-schlaflos-in-polen-1.html?L=0

[2]

Invitation for a first Berlin- and Brandenburg wide preparation and network meeting at the 9th of February for a „stop deportation camp“ in Eisenhüttenstadt in August/September 2014

Invitation for a first Berlin- and Brandenburg wide preparation and network meeting at the 9th of February for a „stop deportation camp“ in isenhüttenstadt in August/September 2014.

We hereby invite all groups and individual persons to a first common preparation and network meeting in order to plan a large-scaled „stop deportation camp“ in August or September in Eisenhüttenstadt. Everybody is welcome to forward this mail to other groups and individuals.

The experience regarding the actions from last year’s summer which took place as an answer to the hunger strike in the deportation jail, the racists judgements at the
district court, the prevented deportation of one refugee and the suicide of Djamaa Isu in the camp of Eisenhüttenstadt has shown something for sure: the politically
responsible people are attackable, direct and practical solidarity and support
is possible and also still necessary, especially in Eisenhüttenstadt.

During the events last summer a support-network has been created. Together with other organisations and individuals, it intensified the support work, in particular for the imprisoned refugees in the deportation prison. Moreover, the network still exposes the constant abuse of asylum rights by the collaboration of federal police, local court,
BAMF, Ausländerbehörde and the security company BOSS. These actors of the deportation machinery created a grey area where control and transparency of what is happening are not existing at all. On that account, one important demand still is the closing of deportation prisons, in Eisenhüttenstadt as well as elsewhere.

Therefore this year in August or September we want to organize a large-scale „stop deportation camp“. It should take place for several days in front of the gates
of the ZAST and the deportation prison. In our imagination this camp could be a
place for direct and practical support work against the anti-refugee machinery of repression which is conceived and carried out by the ruling responsibles.

We are working together closely with people living in the lager and we put the main focus on the empowerment of their self-organized protest. Furthermore we want to use the opportunity to create and intensify networks in the fight against the German and European policy of deterrence and isolation, also beyond the German-speaking area. It hopefully will be indeed a space for even European wide networking. Also the creation of local reference points could be possible, may it be for interested youth, civil society or residents in solidarity. Another important „point of action“ apart from possibilities in Eisenhüttenstadt could be the nearby Frankfurt/Oder. These are just some thoughts and imaginations
of what could be possible in relation to such a kind of camp.

We consciously want to place the focus on an assumed remote provincial town like Eisenhüttenstadt. It is here, where the „Fortress Europe“ is visible and put into practice and it is essential to boycott at place the racist daily business and to open perspectives for a liberated society! (We demand to close all deportation prisons)

We want to discuss and pursue our ideas with preferably a lot of interested groups and individuals.  As a then preferably broadly organized preparation network we would be able to plan and to realize such an „actioncamp“. We are inviting people from Berlin and Brandenburg for the first open preparation meeting, but you are very welcome to mobilize further.

The meeting takes place in Berlin on Sunday the 9th of February at 2 pm. The place will be published soon on our Blog.

If you can’t attend, but want to have further information, you can contact us under: /lagerwatcheisen@riseup.net/

Detailed Informations about the events past summer, an updated press review and a chronicle of the „Eisenhüttenstadt Conditions“ are available under: www.lagerwatcheisen.blogsport.eu

Solidary and combative greetings and hopefully till the 9th of february!

 
The preparation team „stop deportation camp 2014 in Eisenhüttenstadt“